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Verschiedene Aufgüsse

Aufgüsse
Bild von Saunameister Mark Zipperle

Übersicht der Aufgüsse und Anwendungen

Zwischenzeitlich sind alle Dämme gebrochen und es werden die verschiedensten Aufgüsse und Anwendungen unterschiedlichster Art durchgeführt, der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt!

Aufgüsse mit Düften

Dem Aufgusswasser werden Duftstoffe beziehungsweise Aufgussmittel hinzugefügt. Es gibt derzeit rund 200 oder mehr verschiedene Aufgussdüfte (Saunaaufgussmittel). Suchen Sie sich Ihre Favoriten beim Saunafachhandel heraus; eventuell trifft Knoblauch-Minze Ihren Geschmack? Vielleicht möchten Sie auch mit ätherischen Ölen aufgießen?

Die Saunaanlagen, wo mit purem Wasser aufgegossen wird, können Sie derzeit in Deutschland zählen. Wer aus irgendeinem Grunde auf Saunaaufgussmittel verzichten möchte, wird aller Voraussicht nach wirtschaftliche Schwierigkeiten bekommen. Auf der anderen Seite wäre es in einer größeren Saunalandschaft begrüßens- und empfehlenswert, eine Aufgusskabine für reine Wasseraufgüsse zur Verfügung zu halten. In einer kleineren Anlage rate ich aus wirtschaftlichen Gründen davon ab. Ausnahmen mögen die Regel unter Umständen bestätigen.

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Frucht- / Obstaufgüsse

Während oder nach dem Aufguss werden (geeiste) Früchte oder eine Obstplatte gereicht. In der „guten alten Zeit“ ging der Saunameister nach der ersten oder zweiten Runde durch die Kabine und bot den Gästen schmackhafte Früchte auf einer Obstplatte an. Klassisch war sogar einmal, dass die Gäste die Obstplatte in die Hand bekamen und die Platte selber weitergereicht haben. Nun, wenn jeder Gast sich benehmen und fremdes Eigentum achten würde, dann wäre das Verfahren heute sicherlich unverändert … Mitunter rutschte das Obst von der Platte, wurde auf den Bänken direkt auf dem Holz abgelegt oder wurde tropfend weitergereicht. Konsequenterweise wird eine Obstplatte heutzutage nach dem Aufguss vor der Kabine gereicht! Wenn die Platte nicht „bewacht“ wird, könnte Sie nach dem Aufguss bereits geplündert sein?

Haben Sie bitte immer im Blick, dass ich grundsätzlich von der Mehrheit der Gäste und der Saunaanlagen spreche – bei Ihnen mag vielleicht alles ganz anders sein? Ich möchte Sie mit diesem Buch auch für Risiken sensibilisieren und dass Sie womöglich nicht aus allen Wolken fallen. Glauben Sie mir, jede erdenkliche Situation gab es schon einmal; mir zumindest ist bisher nichts Einzigartiges vorgekommen. Der Gast testet immer, wie weit er gehen kann und wo die Grenzen sind. Die Grenzen aufzuzeigen gehört zu den wichtigen Aufgaben Ihrer Tätigkeit als Saunameister. Die Haus- und Badeordnung wird von fast allen Gästen sowieso nur im Konfliktfall gelesen …

Eisaufgüsse

Während des Aufgusses werden Eiswürfel zum Lutschen oder abreiben gereicht. Dieses ist zwar sehr erfrischend, entspricht jedoch nicht dem Saunacharakter und ist kontraproduktiv, da sich die Gefäße durch die Eiseskälte verengen. Diese Darreichung ist jedoch bei vielen Saunagästen sehr beliebt. Die Eiswürfel können Sie auch aus Fruchtsaft als kleine Gaumenfreude herstellen, als Clou vielleicht mit verschiedenen Geschmacksrichtungen? Während oder auch nach dem Aufguss können zusätzlich (geeiste) Früchte oder eine Obstplatte gereicht werden. Den erfahrenen, gesundheitsbewussten Saunierenden erkennen Sie daran, dass er das Eis ablehnt.

Interessanter wird es, wenn wir uns mit dem Thema Eis auf dem Ofen beschäftigen. Die leichteste Methode ist zweifelsohne, Eiswürfel oder Crash Eis (crushed ice) aus dem Eisbereiter zu verwenden. Die Eiswürfel können Sie zum Beispiel aus zubereitetem Aufgusswasser herstellen, so ist es auch möglich, mit verschiedenen Düften recht problemlos aufzugießen. Das Crash Eis füllen Sie in den Saunaeimer und können es mit der Kelle auf den Steinen verteilen. Ebenso wird gerne das in kleinerer Menge vorbereitete  Aufgusswasser mit Crash Eis aufgefüllt. Der sich dann bildende Löyly wird sehr kräftig ausfallen. Im Winter können Sie auch mit echtem, sauberem Schnee arbeiten. Kommen Sie  aber bitte nicht auf die Idee, mit dem Schnee oder gar Eis die Saunagäste zu bewerfen. DAS schätzt nicht jeder Saunagast!

Der Trend zur Eiskugel auf den Ofensteinen ist schon lange nicht mehr zu übersehen und setzt sich so langsam durch. Sie formen eine oder mehrere Eiskugeln mit der Hand, legen sie auf die Steine und gießen wie gehabt mit einer kleineren Menge Aufgusswasser mit Düften auf. Professioneller schaut die Kugel aus, wenn Sie mittels einer Form hergestellt wird. Die Firma SAUNAGUT®  ist Ihnen seit der Vorstellung der REGENKELLE® bekannt und hat vor geraumer Zeit schon die EISAUFGUSS-KUGEL aus zwei Eschenholzhälften entwickelt. Die Kugel zeichnet sich dadurch aus, dass die Eiskugeln immer identisch aussehen und durch einen eingearbeiteten Dorn eine Öffnung für den Duftstoff formen; das Fassungsvermögen beträgt rund 500 g Eis. Zwischenzeitlich wird die Kugel auch in Kunststoff angeboten und eine Edelstahlvariante ist, wie ich hörte  in Vorbereitung. Als Duftstoff wird gerne circa 1,5 ml ätherisches Öl verwendet – das entspräche auch meiner Empfehlung. „Es wird empfohlen, nur Duftkonzentrate zu verwenden, die keinen Alkohol als Lösungsmittel enthalten, da Alkohol Eis zum Schmelzen bringt.“ (Zitat SAUNAGUT®)

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Aufgüsse mit Alkohol 

Es wird mit einer Alkoholmischung aufgegossen. In einer öffentlichen Saunaanlage ist ein Alkoholaufguss ohne Wenn und Aber tabu! Wenn mit Alkohol aufgegossen wird, stellen sich die Blutgefäße weit und der Blutdruck wird gesenkt – selbst wenn der Alkohol „nur“ über die Haut aufgenommen wird, ist dieses ein unerwünschter Eingriff in die Thermoregulation des Gastes. Ein Aufguss dieser Art gilt als gesundheitsgefährdend und ich möchte Ihnen davon abraten. Ebenso ist von dem Verzehr von Alkohol in und auch übermäßigem Genuss außerhalb der Saunakabine abzuraten. Es sind mehrere Todesfälle aufgrund starken Alkoholgenusses beim Saunabad bekannt.

Im Allgemeinen hält sich noch der Mythos, dass man durch einen Alkoholaufguss angetrunken wird. Last not the least ist es in der Tat nicht mehr als ein Mythos und durch Fakten und den gesunden Menschenverstand nicht zu belegen. Nehmen wir zur Verdeutlichung einen Aufguss in einer privaten Saunakabine. Hier mischt man zum Beispiel Slibowitz oder vergleichbaren Alkohol mit Wasser im Eimer und gießt die Mischung auf. Der Alkoholanteil im Eimer sollte keineswegs 20 % übersteigen. Die Kabine hat die Maße 3 x 2,5 x 2,5 Meter und umfasst somit 16,5 m³ umbauten Raum. Dieses entspricht einer maximalen Aufgussmenge von 0,5 Liter Aufgusswasser – daraus errechnet sich eine Mischung von 0,4 Liter Wasser zuzüglich 0,1 Liter Slibowitz mit einem Alkoholgehalt von 40 %. In der beschriebenen Kabine sind rund 35 m² mit Holz verkleidet (Wände und die Decke). Die Kabine wird genutzt von zwei Männern und zwei Frauen. Die gesamte Hautoberfläche aller vier Personen beträgt rund 7 m². Der Alkoholgehalt schlägt sich auf dem Holz und der Haut nieder. Das bedeutet im Klartext, dass jede Person circa 1,67 ml Alkohol aufnimmt. Das reicht noch nicht einmal, um Prost zu sagen … Diese Berechnung ist insofern ungenau, als das Holz und die menschliche Haut eine unterschiedliche Aufnahmefähigkeit von Wasserdampf haben; ich möchte die Berechnung jedoch nicht unnötig verkomplizieren. Diese 1,67 ml Alkohol würden andererseits vermutlich ausreichen, um einen trockenen Alkoholiker rückfällig werden zu lassen!

Aufgüsse mit Mentholkristallen / Mentholbits

Eine mitunter wohl umstrittene Anwendung, wo etwas Klarheit mit ein paar Fakten nicht schaden kann … Der bekannte Klassiker wird seit Jahren praktiziert und hat den folgenden, recht einfachen Ablauf – der Saunameister legt einen oder je nach Kabinengröße mehrere Mentholkristalle auf einen Ofenstein, wartet um die 10 Sekunden bis der Kristall geschmolzen ist und gießt dann eine Kelle Aufgusswasser über die Steine. Das klingt nicht nur einfach, sondern ist es auch und viele Gäste schätzen den Mentholduft, wenn er vorsichtig dosiert wurde! 

Der in Wasserdampf gelöste Mentholduft schlägt sich auf der Haut der Badenden nieder und führt zu einem intensiven Kaltreiz – entweder mag man das oder eben auch nicht. Menthol gibt es auch als fertigen Aufgussduft zu erwerben und Aufgussmittel, die den Zusatz „Eis“ tragen, haben einen Mentholanteil. Düfte und Effekte sind grundsätzlich Geschmackssache und und wie alle persönlichen Vorlieben nicht diskussionsfähig! 

In einer meiner Inhouse-Schulungsveranstaltungen bekam ich überraschenderweise erheblichen Gegenwind von einem Schulungsteilnehmer nach meinem diesbezüglichen Vortrag. „Das wäre ja gemeingefährlich, was ich da unterrichte …“; er hätte vorher eine weitere Schulung besucht, zeigte mir sein Lehrbuch und hatte den folgenden Absatz markiert:

Die Kristalle werden deshalb oft direkt auf die Aufgusssteine gegeben, was sich wegen des geringen Flammpunktes der Mentholkristalle von ca. 101 °C von selbst verbietet, da die Ofensteine im Regelfall Temperaturen zwischen 100 und 120°C aufweisen (bis zu 250°C). Die Entstehung offener Flammen ist damit in der heißen und trockenen Saunakabine unvermeidlich. Das Brandrisiko ist extrem hoch und vollständig unkontrollierbar. Der Einsatz von Mentholkristallen vor diesem Hintergrund muss deshalb als „grob fahrlässig“ bis „vorsätzlich“ bewertet werden.“ (Zitat: eingesehenes Lehrbuch)

Den Referenten beziehungsweise das vorliegende Buch benenne ich bewusst nicht konkret. Es liegt mir in meinem Blog/Buch fern, Kollegen und Mitbewerber zu diskreditieren. Zur Sache habe ich in diesem Seminar das Thema theoretisch und praktisch wie folgt ausgeführt …

Der ausgewiesene Flammpunkt von kristallinem Menthol, CAS-Nummer: 2216-51-5, liegt in der Tat bei 101 °C. Was jedoch bedeutet der Begriff Flammpunkt? Der Flammpunkt ist die niedrigste Temperatur eines Stoffes, bei der sich eine Flüssigkeit, ein brennbares Gas oder brennbarer Dampf in solcher Menge bildet, dass bei Kontakt mit einer wirksamen Zündquelle sofort eine Flamme auftritt. Mangels vorhandener Zündquelle entzündet sich der Mentholkristall dementsprechend auf einem oberen Stein liegend nicht.

Die Zündtemperatur von Menthol beträgt 405 °C – ab dieser Temperatur entzündet sich der Stoff ohne Zündquelle. Der Saunastein auf dem Ofen muss diese Temperatur aufweisen, wenn sich der Kristall entzünden soll. Die oberen Steine im Ofen werden diese Temperatur nie erreichen (maximal 200 °C), die Heizstäbe und die daran angrenzenden Steine übersteigen die genannte Zündtemperatur. Das bedeutet, dass ein aufgelegter Kristall sich nach wie vor nicht entzündet – ein schnell auf den Ofen geworfener Mentholkristall jedoch, kann theoretisch durch die Steinschichten bis zu den Heizstäben durchrutschen und sich dort entzünden. Bei korrekter Umgangsweise mit Mentholkristallen ist eine Flammenbildung ausgeschlossen!

In der praktischen Umsetzung werden die Mentholkristalle mit geeigneten Handschuhen angefasst und auf den Stein gelegt. Der Schmelzpunkt beträgt 42,1 °C; ein dünnerer Kristall schmilzt in rund 10 Sekunden und hinterlässt einen kleinen Fleck auf dem Stein. Der skeptische Schulungsteilnehmer konnte es übrigens erst glauben, als er seinen ersten Kristall aufgelegt hatte und dieser sich wider Erwarten nicht entzündete … Nehmen Sie nie mehr Kristalle mit in die Kabine, als Sie tatsächlich verwenden möchten und transportieren Sie sie in einer kleinen Kunststoffdose in einem Becher mit Eis – Schmelzgefahr!

Theorie und Praxis sind mitunter zwei verschiedene Paar Schuhe.
Grundsätzlich lesen Sie bitte einen Text und dann versuchen Sie, ihn nachzuvollziehen Bei Unklarheiten recherchieren Sie den Sachverhalt oder fragen einen erfahrenen Kollegen. Danach üben Sie es ohne Gäste und erst dann wenden Sie etwas Neues in Ihren nächsten Aufgüssen an!

Warum macht man einen Aufguss mit Mentholkristallen, wo doch so viel schiefgehen kann? Warum macht man einen Eisaufguss – warum gießt man überhaupt mit Zusätzen auf und selbst mit klarem Wasser; warum und weshalb der ganze Aufwand? 

Die Gäste haben Freude daran und besuchen genau aus diesen Gründen Ihre Saunaanlage! In einer Kurklinik oder medizinischen Einrichtung steht der Gesundheitsgedanke natürlich an erster Stelle. Heutzutage handelt es sich bei Saunaanlagen jedoch überwiegend um Freizeiteinrichtungen und keine medizinischen Bäder. Sie erinnern sich an meinen Ausspruch „Keine Gäste – keine Saunameister?

Abschließend zu den Mentholkristallen bleibt vielleicht noch erwähnenswert, dass man diese nach wie vor und gerade auch bei seriösen Saunafachhändlern erwerben kann …

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Aufgüsse mit Honig

Einer der beliebtesten Aufgüsse in deutschen Landen ist der Honigaufguss. Bei der klassischen Durchführung wird nach der ersten Runde des Aufgusses der Honig zum Einreiben in der Kabine vom Saunameister verteilt. Der Saunahonig wird den Gästen in Kunststoffgefäßen dargeboten. Hierbei handelt es sich im Normalfall um einen speziellen Saunahonig, welcher zusätzlich meistens mit einer Peelingsubstanz fertig im Saunafachhandel angeboten wird. Meine Empfehlung wären da zum Beispiel die Saunahonigcremes von Mellis „SAUNA ARCTICA“, welche auch in Kanistern mit drei oder sechs Litern Inhalt für den gewerblichen Verbrauch angeboten werden. Diverse weitere Anbieter von Saunahonig buhlen um die Gunst des Saunameisters, lassen Sie sich Proben schicken oder erwerben die kleinstmögliche Abfüllung für einen ersten Test. Spezieller Saunahonig unterscheidet sich in der Konsistenz und eventuellen Zutaten vom Naturhonig.

Das Problem bei dieser Vorgehensweise ist die Verschmutzung der Saunabänke … Nicht jeder Gast ist sorgfältig und/oder willens genug, um darauf zu achten, dass kein Honig mit der Saunabank in Berührung kommt. Unschöne Honigflecken sind leider die Konsequenz. Der Begriff  Baumwollhussen ist Ihnen noch geläufig? Wenn die Saunabänke vor dem Aufguss mit den Hussen bezogen werden, spricht nichts gegen die althergebrachte Durchführung des Honigaufgusses. Der Saunahonig wird auf die bereits feuchte Haut aufgetragen und verrieben. Nach der dritten Runde wird der verbliebene Honig auf der Haut wie bei einem normalen Saunagang durch eine kalte Dusche abgespült. Die Verwendung von Honig in der Kabine wird von den Gästen erfahrungsgemäß deutlich bevorzugt. 

Alternativ, wenn die Anwendung der Baumwollhussen von Ihnen nicht vorgezogen wird, werden die Gäste vom Saunameister nach der ersten Runde gebeten, die Kabine zu verlassen. Im Freien reicht der Saunameister den Honig in Portionsschalen oder verteilt ihn in die aufgehaltenen Hände mittels einer Kelle. Die Handtücher bleiben derweil in der Kabine und nach dem Einreiben nimmt jeder Gast wieder seinen Platz ein.

Zwecks Generierung zusätzlicher Einnahmen können Sie auch Saunahonig in Tuben an die Gäste verkaufen. Eine Tube ist meistens für zehn Anwendungen ausreichend. Die Benutzung in einer Heiß- oder Warmluftkabine wird untersagt. Die Anwendung ist ausschließlich in Dampfbädern erlaubt!

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Schon Kleopatra VII. soll Honig gerne zur Pflege der Haut benutzt haben. Warum auch nicht, im Allgemeinen sagt man Honig eine keimtötende und pflegende Wirkung nach. Problematisch wird es in der Nachvollziehbarkeit allerdings dadurch, dass die menschliche Haut einen sehr guten Schutz vor eindringenden Stoffen bietet. Honig zum Beispiel kann aufgrund seiner Molekularstruktur nicht in tiefere Hautschichten, als in die untere Hornschicht gelangen. Mit etwas Glück verbleibt er eine Zeit lang an der obersten Hautschicht und wirkt dadurch pflegend. Dieses gilt allerdings für sehr viele Hautpflegeprodukte, auch wenn die Industrie uns häufig etwas anderes suggerieren will. Insofern halte ich es für müßig, der Frage weiterhin nachzugehen, ob eine Honiganwendung nun tatsächlich erwähnenswerte Effekte hervorruft oder eben auch nicht. Der Glaube versetzt hier mitunter Berge …

Aufgüsse mit Salz

Der Ablauf beim Salzaufguss ist im Wesentlichen identisch mit dem Honigaufguss. Der feuchte Körper wird mit Massagesalz (grobes Salz) oder Peelingsalz (feines Salz) nach der ersten Runde abgerieben. Die meisten Gäste bevorzugen ein feinkörniges Salz. Wenn die Gäste die Kabine erneut betreten haben, folgen noch zwei weitere intensive Runden. Das Salz löst sich nach und nach auf und die Gäste werden feststellen, dass Sie stärker schwitzen werden als sonst. Die Schweißdrüsen sondern vor dem Schwitzen zuerst Salz ab und erst dann zieht das Salz Wasser aus den Zellen – der Mensch beginnt zu schwitzen. Dieser Vorgang wird durch die starke Salzkonzentration verstärkt – die starke Salzkonzentration auf der Haut wirkt wie ein Magnet auf die Schweißproduktion des Körpers.

Der Könner kreiert sein eigenes Salz! Mischen Sie das preiswerteste, normale Speisesalz mit einem Öl Ihrer Wahl, wie zum Beispiel Sonnenblumenöl, Mandelöl oder besser Olivenöl und am besten mit Jojobaöl und fertig ist Ihr Peelingsalz. Selbstverständlich können Sie auch hochwertigeres Meersalz verwenden, wobei der Peelingeffekt identisch ist und nur darauf kommt es hier an. Mit Jojobaöl gemischt, nennen viele Saunameister ihr Salz auch gerne „Gesundheitssalz“ aufgrund der positiven Eigenschaften des Jojobaöls auf die Haut. Letztendlich sollte Ihre Mischung leicht „klumpig“ sein und nicht zu feucht. Zur Abrundung geben Sie noch ein paar Tropfen ätherisches Öl dazu. Seien Sie bitte vorsichtig mit der Dosierung des Öls. Auf ein Kilogramm Peelingsalz kommen fünf Tropfen eines ätherischen Öls Ihrer Wahl. Riecht es noch zu schwach für Ihr Empfinden, erhöhen Sie die Dosis Tropfen für Tropfen. Vor der Anwendung klären Sie die Gäste immer über Inhaltsstoffe auf, um Allergikern die notwendigen Informationen zu geben …

Einen identischen Peelingeffekt können Sie auch mit einer Zuckermischung erreichen. Doch Vorsicht, im Sommer werden die Bienen magisch durch den Zucker angezogen!

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Wie sinnvoll und hilfreich ist denn nun ein Salzaufguss? Wenn man sich mit Salz oder Zucker die Hautoberfläche abreibt, entsteht durch die Körnung ein Peelingeffekt. An der oberen Haut gelockerte Hornzellen werden abgerieben. Durch das manuelle Abreiben werden Signale aus der obersten Hautschicht an die unteren Regenerationsschichten der Haut ausgesendet, welche eine Zellerneuerung und damit eine Wiederauffrischung der Haut anregen. Die Poren der Haut öffnen sich und dadurch können Schweiß und Talg besser abfließen. Zudem wird der Massageeffekt sehr genossen, welcher wiederum die Durchblutung fördert und ebenso den Lymphstrom positiv beeinflusst. 

Es ist unbedingt empfehlenswert, an Armen und Beinen immer in Richtung des Herzens zu streichen. Die Anwendung sollte ausnahmslos auf der feuchten Haut erfolgen.

Saunagästen mit sehr trockener oder empfindlicher Haut, wie zum Beispiel an Neurodermitis Leidende ist zu empfehlen, auf diese Anwendung zu verzichten. Die Reizungen durch Salz oder auch Öle und Duftstoffe sollten nicht unterschätzt werden. Salz in offenen Wunden tut weh und auch im Genitalbereich sollte es tunlichst nicht angewendet werden; ein schmerzverzerrter Mundwinkel wäre die harmlosere Reaktion und der Gast sollte schnellstens eine Dusche aufsuchen. Trotzdem wird die malträtierte Haut noch eine Zeit lang brennen und gerötet sein. Vor einer Salzabreibung weist der Saunameister unbedingt auf diese Gegebenheiten hin und rät auch von einer Anwendung im Gesicht ab. 

Ich gönne jedem Saunafachhandel sein Geschäft – keine Frage. Aber …, vielleicht beginnen Sie einmal zu rechnen, wie hoch die preislichen Unterschiede vom Fertigprodukt zur Selbstherstellung tatsächlich sind? Sie werden staunen! Wenn Sie ein Kilogramm Peelingsalz mischen möchten, verwenden Sie bitte immer hygienisch einwandfreie Weithalsflaschen mit einem Volumen von zwei Litern zum Schütteln.

Der Wenik-Aufguss

Wie der geneigte Leser schon vermutet, wird bei diesem Aufguss nicht besonders wenig Wasser aufgegossen – es handelt sich um eine spezielle russische Aufguss-Variante, welche in Finnland Vihta oder auch Vasta genannt wird. Birkenbüschel werden für eine Nacht in einen mit Wasser gefüllten Aufgusseimer gestellt; das macht sie weicher und Birkenöl wird in das Wasser abgegeben. Dieses Wasser ist Ihr Aufgusswasser für den Wenik-Aufguss. Das Birkenwasser wird vor dem Aufguss gefiltert, um Astreste und Blätter nicht auf den Ofen kommen zu lassen. Die Birkenbüschel werden in einem weiteren Eimer feucht gehalten.

Nach der ersten Runde demonstriert der Saunameister mit einem Gast die Schlagtechniken mit dem Birkenbüschel und bittet die Gäste, sich jeweils zu zweit zusammenzufinden. Jedes Paar erhält ein Birkenbüschel und die Gäste schlagen sich untereinander ab. Dieses steigert die Blutzirkulation, wirkt erfrischend und macht Spaß. Abschließend wird den Gästen ein Tee gereicht! Klassisch wäre die Durchführung, wenn der Banik die Gäste mit dem Birkenreisig quästet (abschlägt). In einer Banja können Sie diese private Anwendung buchen – ebenso in ausgewählten Wellness-Hotels. Vorschläge wie diese nehmen Sie bitte immer als Anregung wahr und entwickeln Ihre eigene Umsetzung!

Nun meine Damen und Herren Saunameister, machen Sie sich mittlerweile intensiver Gedanken über die Anfertigung von passgenauen Baumwollhussen für die Saunabänke? Es dürfte selbstverständlich sein, dass die Kabine nach diesem Aufguss feucht durchgewischt und gereinigt wird. Arbeiten dieser Art werden immer vom Reinigungspersonal durchgeführt; nach einem Aufguss sind Sie generell körperlich nicht mehr in der Lage, diese Aufgabe durchzuführen. Während derartiger Reinigungstätigkeiten ist die Kabine natürlich leer, die Saunatür geöffnet und Sie achten von draußen auf das Wohlbefinden der Reinigungskraft. Niemand arbeitet unbeaufsichtigt in einer heißen Kabine!

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