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Gesundheitsbewusstes Saunieren | Details

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“Richtig” und gesund saunieren

Zuerst Sport - dann saunieren
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Zuerst Sport – dann saunieren

Für ambitionierte Sportler steht das gesundheitsbewusste Saunieren im Vordergrund und die Sauna stellt eine sehr gute Regenerationsmaßnahme dar. Die Stoffwechselsteigerung durch die Überwärmung des Körpers beim Saunabad beschleunigt die Heilungsvorgänge bei
Muskelverletzungen.

Bei frischen Blutergüssen oder generell bei frischen Verletzungen sollte auf das Saunabad für einige Tage verzichtet werden. Aus sportmedizinischer Sicht ist anzumerken, dass sich der Lactatwert durch einen Saunabesuch entgegen früherer Lehrmeinung nicht signifikant ändert. Es sollte zwischen sportlicher Betätigung und dem ersten Saunabad mindestens eine halbe Stunde liegen. Die Zielsetzung ist die vollständige Beruhigung des Herz-Kreislaufsystems; dieses ist am einfachsten über den Puls feststellbar, 60 bis 80 Schläge pro Minute gelten als normaler Bereich.

Ausdauersportlern wird empfohlen, frühestens zwei bis drei Stunden nach der Ausdauerbelastung mit dem Saunabaden zu beginnen. Typische Ausdauersportarten  sind zum Beispiel Langstreckenlauf, Radsport, Skilanglauf, Triathlon, Rudern und Langstreckenschwimmen. Dass Muskelkater durch einen Saunabesuch geheilt wird, ist zwar gängige Meinung in Fitness-Studios – nichtsdestotrotz leider verkehrt. Bereits circa zwei Stunden vor dem Sport sollte man rund einen halben Liter Flüssigkeit zu sich nehmen. Während des Sportes ist es ratsam, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen und nach dem Sport noch einmal „im Voraus“ zu trinken. Dieses gilt für den Hobbysportler in Fitness-Studios und auch, wenn Sie die eine oder andere Bahn mehr schwimmen möchten. Nicht das wir uns missverstehen; wenn ich hier von Flüssigkeit schreibe, dann meine ich Mineralwasser oder Saftschorlen und kein Bier! Keine Sorge, auch gesundheitsbewusstes Saunieren kann durchaus Freude bereiten …

Denken Sie bitte immer als Saunameister daran, dass ein medizinisch vorgebildeter Gast oder gar ein Leistungssportler, aller Voraussicht nach in Fachfragen bezüglich seines Körpers deutlich mehr Wissen vorhält, als Sie vielleicht ahnen mögen. Mir sind Fälle bekannt, wo Gäste mit erheblichem medizinischen Wissen den Saunameister vorgeführt haben. Der Hintergrund war wohl überwiegend der, dass der Saunameister überheblich und im Stil eines Allwissenden sich profilieren wollte …

Solarien und gesundheitsbewusstes Saunieren
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Solarien

Nach heutigem Wissen gelten Solarien als gesundheitsschädlich. Möchten Sie wirklich, dass Ihr Gast sein gesundes Saunabad mit dieser Bestrahlung verbindet? Wenn der Gast nun partout möchte und die Saunaanlage noch immer solche Geräte vorhält, ist das Solarium vor dem Saunabad zu benutzen.

In aller Deutlichkeit im Vorwege – gesundheitsbewusstes Saunieren und die Nutzung eines Solariums vertragen sich nicht – in der Tat überhaupt nicht!

Die Hautzellen regenerieren sich regelmäßig; die abgestorbenen Hautzellen bilden zusammen mit der obersten Hautschicht eine recht gute Schutzschicht vor UV-Bestrahlung. Durch das Saunabad wird diese Schutzschicht dünner – die aufgeweichten, bereits abgestorbenen Hautzellen werden nicht nur abgestoßen, spätestens mit dem Handtuch werden sie entfernt. Durch eine dünnere Schutzschicht kommt nun einmal mehr UV-Licht – nach einem Saunabesuch ist man lichtempfindlicher und eben aus diesem Grunde wird ein Solarium, wenn überhauptvor dem ersten Saunagang besucht! Wer in einem Sonnenstudio acht Minuten auf seiner bekannten Bank „gut vertragen“ hat, wird nach einem Saunabesuch vermutlich bereits nach sechs Minuten eine gerötete Haut feststellen müssen.

Früher gehörten Solarien fast wie selbstverständlich zu einer Saunaanlage dazu. Seit August 2009 gilt jedoch das Gesetz zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen (NiSG) und seit 1. Januar 2012 ist die zugehörige Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen künstlicher ultravioletter Strahlung (UV-Schutz-Verordnung) in Kraft. Die entsprechenden Schutz-Verordnungen sowie die erforderliche Mitarbeiterqualifikation haben dem Zusatzgeschäft für Badbetreiber die Grundlage entzogen. Heute gibt es nur noch sehr wenige Saunaanlagen, wo Solarien angeboten werden. Falls Sie noch ein Solarium in Ihrer Saunaanlage betreiben, empfehle ich Ihnen, die entsprechenden Gesetzestexte einmal durchzuarbeiten. Ebenso bietet sich eine Kosten-Nutzen-Analyse an und es drängt sich die Frage auf, ob man die vorgehaltenen Räumlichkeiten nicht anderweitig sinnvoller nutzen könnte?

Körperreinigung
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Körperreinigung

Vor dem Duschen ist der richtige Zeitpunkt, das WC aufzusuchen. Das Duschen dient nicht nur der Hygiene, Schweiß, Gerüche und Kosmetikreste werden abgewaschen – nein, der Schweiß kann auch in der Schwitzkabine besser abfließen. Ein vorgewärmter Körper schwitzt generell besser.

Die komplette Körperreinigung erfolgt immer vor dem Saunabad. Es ist nicht zu vergessen, sich auch die Haare zu waschen. Das Abtrocknen sollte ebenso nicht versäumt werden, ein trockener Körper schwitzt einfach besser.

Als möglicher Freund kulinarischer Genüsse wird der Gast vermutlich Zwiebeln, Knoblauch und vielleicht auch das eine oder andere Highlight der asiatischen Küche lieben gelernt haben. Jeder Feinschmecker wird ihn für seinen erlesenen Geschmack bewundern – nur sein Saunanachbar wird ihn dafür hassen und sich möglichst umgehend umsetzen. Der Gast hat wohl „vergessen“, dass gerade Knoblauch für zwei bis drei Tage nach Verzehr noch ausdünsten kann und nicht jeder Saunagast diesen Wohlgeruch schätzt. Ebenso wenig wird sich der Gast durch eine Alkoholfahne oder ein penetrantes After Shave neue Saunafreunde machen. Auch oder gerade den Damen sei es ins Schminkbrevier geschrieben, dass ein zerlaufendes Tuschgesicht in Verbindung mit einem aufdringlichen Parfüm den Mann von Welt in der Saunakabine eher weniger anspricht …

Lachen Sie nur … und dann fragen Sie einmal in einer ruhigen Minute Ihre Kollegen nach seinen Erfahrungen. Ihnen wird das Lachen vergehen, wenn Ihnen im Dampfbad erstmalig der betörende Duft gar lieblicher Pferdesalbe in die Nase steigt. Üblicherweise regeln Gäste Problematiken wie diese unter sich. Wenn das Eingreifen des Saunameisters gefordert ist oder wird, wünsche ich ihm einen guten Tag für seine Wortwahl und Handlungsweise. 

Badeschuhe
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Für einen Saunabesuch benötigen Sie …

einen Bademantel sowie ein großes Saunaliegetuch und mindestens ein Abtrockhandtuch und Badeschuhe. Ein Bademantel schützt zwischen den Saunagängen vor dem Auskühlen des Körpers und ist, beziehungsweise sollte im Restaurant oder an der Bar zwingend vorgeschrieben sein.

Das große Badehandtuch sorgt dafür, dass in den Schwitzkabinen kein Schweiß aufs Holz kommt. Auch die Füße müssen auf das Handtuch gestellt werden und falls man sich anlehnen möchte, sollte das Handtuch zwischen Holz und Körper sein. Im Zweifel nimmt man eher zwei Handtücher mit in die Saunakabine. Abtrockhandtücher durchfeuchten sehr schnell. Es ist ratsam, bei einem längeren Saunatag mindestens zwei davon mitzunehmen. Die Badeschuhe sorgen für einen sicheren und nach Möglichkeit rutschfesten Tritt; zudem wird die Gefahr einer Fußpilzansteckung minimiert.

Apropos Fußpilz. Erinnern Sie sich noch, als in jedem Bad mindestens eine Fußdesinfektionsdusche vorhanden war? Immer wieder gern benutzt, erfreute sie sich großer Beliebtheit bis zu dem Zeitpunkt, wo festgestellt wurde, dass das Desinfektionsmittel mehr Schaden anrichtete als eine eventuelle Fußpilzinfektion. Viele ältere Stammgäste jedoch hatten sich an diese Art der Fußdesinfektion gewöhnt und wollten nicht darauf verzichten. Die Nachfragen und Beschwerden über die Abschaffung waren recht umfangreich. Die der Klagen überdrüssigen Badbetreiber installierten wieder die Fußduschen und füllten den Tank ideenreich mit Seifenwasser. So war vorerst jedem geholfen und im Laufe der Zeit verschwanden denn auch die letzten Fußdesinfektionsduschen.

Bezüglich einer guten Ausstattung empfehle ich einen dickeren Bademantel mit Kapuze, ideal für die Wintersaison. Bei Badeschuhen sollte besonders auf eine rutschfeste Sohle geachtet werden. Spätestens, wenn der Saunameister einmal das Geräusch eines brechenden Knochens oder eines aufschlagenden Schädels auf den Fliesenboden gehört hat, wird er dem Gast den Kauf sehr guter Badeschuhe mit Überzeugung empfehlen. Die Badelatschen zum Beispiel von NIKE, Modell „Getasandal“ werden auch gerne wegen ihrer eingeclipten Seiten von Profis im Nassbereich getragen. Die Verbindung Oberteil zur Sohle löst sich bei starker Beanspruchung – sprich wenn Sie sich vertreten. Wäre dieses nicht der Fall, ist die Verletzungsgefahr deutlich größer.

Auf dem Vormarsch der Saunaaccessoires ist der Saunahut. Im Süden Deutschlands sicher weiterverbreitet als im hohen Norden, schützt er den empfindlichen Kopf vor allzu großer Hitze. Speziell bei einem intensiven Aufguss wird der Gast ihn zu schätzen wissen. In Finnland und den russischsprachigen Regionen ist das Tragen eines Saunahutes weit verbreitet. Probieren Sie doch einmal einen dieser modischen Filzhüte aus. Ich verspreche Ihnen, dass Sie schnell mit den anderen Saunagästen ins Gespräch kommen werden. Das Tragen eines Saunahutes ist mir unverständlicherweise in einigen Anlagen den Gästen untersagt … Dem Saunameister möchte ich das Tragen eines Saunahutes während der Aufgüsse sehr ans Herz legen!

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Ausbildung zum Saunameister
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Gesundheitsbewusstes Saunieren

ist nur in einer Heißluftkabine mit einer Temperatur von mindestens 80 °C möglich. Ausschließlich die Benutzung einer “Sauna” bringt den gewünschten Erfolg des gesundheitsbewussten Saunierens. Um die Körperübererwärmung (Hyperthermie) zu gewährleisten, empfehle ich mindestens 8 Minuten in der Kabine auf der mittleren oder obersten Bank zu sitzen – besser noch zu liegen – siehe meine Hinweise.

Der Kabinenaufenthalt sollte 15 Minuten nicht übersteigen. Bitte raten Sie dem Gast, mindestens die letzten zwei Minuten in der Kabine in einer aufrechten Sitzposition zu verweilen, um den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen. Falls es dem Gast nicht gut gehen sollte, verlässt er die Kabine  selbstverständlich vor Ablauf der gewünschten Aufenthaltsdauer. Es ist wenig gesundheitsdienlich, wenn man ihn heraustragen muss! Bitte kommunizieren Sie mit Ihren Gästen lieber einmal zu viel als zu wenig mit der Empfehlung: „Hören Sie bitte immer und ausnahmslos auf Ihren Körper!“

Saunahut
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Nach dem Verlassen der Saunakabine

führt der erste Weg nach draußen an die frische Luft. Die kältere Luft dient der ersten Abkühlung der Haut und kühlt die Atemwege. Es ist ratsam, sich ruhig und gemessen zu bewegen. Ein Stehen bleiben beziehungsweise eine liegende Ruheposition sind für den Kreislauf ungünstig und sollten vermieden werden … 

Der Außenaufenthalt sollte zwei bis drei Minuten betragen. Möglichst vor dem Erreichen der Fröstelgrenze ist es ratsam, mit den Kaltwasseranwendungen zu beginnen. Die Fröstelgrenze ist natürlich relativ und im Hochsommer werden Sie, wenn überhaupt, ein Frösteln mitunter kaum feststellen. Mit der Faustregel zwei bis drei Minuten liegen Sie meines Erachtens goldrichtig.

Die Kaltwasseranwendungen

lösen den Kaltreiz aus und sorgen letztendlich für den gewünschten gesundheitlichen Effekt; der folgenden Entspannung und der Abhärtung. Es bietet sich die Benutzung einer Schwallbrause oder des Kneippschlauches an.

Achten Sie bitte unbedingt darauf, herzfern zu beginnen. Durch die Kaltwasseranwendungen wird die Oberflächenhauttemperatur spätestens wieder auf Normalmaß gebracht und der Schweiß abgespült. Zusätzlich kann man eine Eisabreibung anwenden oder das Tauchbecken benutzen. Zur Vermeidung einer Auskühlung des Körpers steigt man zügig in das Kalttauchbecken und taucht ein bis zweimal ein. Der Kopf sollte nicht untertauchen. Bluthochdruckpatienten sollten das Tauchbecken meiden!

Der Kaltwassereimer wird gerne von dem ganz harten Saunisten benutzt. Man sieht immer wieder, wie sie sich den harten Wasserguss voll Wonne auf den Kopf prasseln lassen … Von diesem Prozedere möchte ich Ihnen abraten. Kaltes Wasser mit größerem Druck direkt auf den Kopf gegossen, halte ich für kontraproduktiv und gesundheitsgefährdend. Auch mit einer Anwendung nach Kneipp (Gesichtsguss) sollte dieser Guss nicht in Verbindung gebracht werden. Ich möchte Ihnen jedoch nicht verschweigen, dass es hierzu unterschiedliche medizinische Auffassungen gibt und keine einheitliche Arztmeinung. Die einzig sinnvolle Anwendung des Kaltwassereimers setzt voraus, dass der kalte Guss im Nacken auftrifft und NICHT auf dem Kopf!

Das warme Fußbad
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Das warme Fußbad

sollte möglichst heiß genossen werden. Die durch die Kaltwasseranwendungen zusammengezogenen Blutgefäße werden durch das warme Wasser weit gestellt und der Körper ist in der Lage, weiterhin Wärme abzugeben. Bitte füllen Sie das Fußbad 
knöchelhoch ein und genießen es für rund fünf Minuten.

Spätestens wenn sich ein leichter Schweißfilm auf der Stirn bildet, sollte das Fußbad beendet werden. Ein warmes Fußbad verhindert zuverlässig das Nachschwitzen. Auch dem Saunameister empfehle ich zum Abschluss seines Tagewerkes ein dementsprechendes Fußbad – während der Arbeit fehlt Ihnen sowohl die Zeit als auch die Akzeptanz der Gäste. 

Wer schlecht schwitzt, sollte auch vor dem Saunagang ein warmes Fußbad nehmen. Ein Erfolg wird sich nicht von heute auf morgen einstellen, vermutlich wird sich jedoch Ihr Schweißfluss nach zehn Anwendungen verstärken. Der Körper lernt das Schwitzen. Einen Versuch ist es zumindest wert!

Sie werden es schon des Öfteren gesehen haben. Ein Gast wendet ein Wechselbad an; warm – kalt – warm – kalt … Ein gutes Gefäßtraining, keine Frage – nur beim gesundheitsbewussten Saunieren zum falschen Zeitpunkt. Eine Anwendung dieser Art, wie zum Beispiel ein warm – kaltes Tretbecken, bietet sich zum Abschluss des Saunaganges nach der Ruhephase an. In diesem Falle denken Sie bitte an die richtige Reihenfolge. Sie beginnen mit dem warmen Wasser und beenden die Prozedur mit dem kalten Wasser.

Die Ruhephase
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Die Ruhephase

sollte genauso lang sein wie der beschriebene Saunagang und dient der Entspannung. Nach der Ruhepause beginnt man einen weiteren Saunagang oder genießt 
zum Beispiel den Aufenthalt in einem warmen Becken. Körperliche Anstrengungen sollten unbedingt vermieden werden. 

Der komplette Saunagang umfasst den Zeitraum vom Betreten der Saunakabine bis zur Beendigung des heißen Fußbades – also rund fünfundzwanzig Minuten.

Rauchen und Trinken
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Trinken und Rauchen

Es hieß über Jahrzehnte, falls auf eine Entschlackung des Körpers Wert gelegt wird, sollte auf den Verzehr von Getränken zwischen den Saunagängen verzichtet werden. Gifte und Stoffwechselendprodukte sollen so leichter ausgeschieden werden können. Erst nach Beendigung des Saunabades wäre es empfehlenswert, dass man wieder reichlich Flüssigkeit zu sich nimmt.

Nach meinem Dafürhalten wird dieses Thema deutlich überbewertet aufgrund der geringen Mengen an Schadstoffen, welche tatsächlich oder überhaupt über den Schweiß abgegeben werden. Ein wissenschaftlich anerkannter Nachweis über die Ausscheidung von Schadstoffen liegt bisher nicht vor. 

Wer Durst verspürt, der sollte auch Flüssigkeit zu sich nehmen!

Wären Sie zudem sicher, dass das „Ihr Ding“ ist? Entschlacken wäre ja schön und gut, aber wer möchte seinen Saunaaufenthalt schon zur Qual werden lassen? Meine Empfehlung für Ihre Gäste; einem Durstgefühl sollte immer nachgegeben werden. Der Gast sollte seine persönlichen Grenzen immer nach seinem Wohlbefinden richten und auf seinen Körper hören! Bedenken Sie bitte auch bei Ihren Empfehlungen, dass der Gast in einer großzügigen Thermalanlage vermutlich einen halben Tag oder länger verweilen wird. Ihr Gast soll seinen Wellness-Tag genießen  und ausreichend Getränke zu sich nehmen.

Nach drei Saunagängen, was meiner Empfehlung für ein gesundheitsbewusstes Saunieren entspricht, hat der Gast vermutlich rund ein Kilo Flüssigkeit verloren. Dieser Flüssigkeitsverlust muss ausgeglichen werden und man sollte am besten zu einer Fruchtsaftschorle greifen. Alkoholische Getränke sind mit einem gesundheitsbewussten Saunabad nicht zu vereinbaren; raten Sie Ihrem Gast besser zum Verzicht. Übermäßiger Alkoholkonsum könnte auch zu einem Kreislaufzusammenbruch führen. Als Saunameister behalten Sie bitte immer im Auge, das längst nicht jeder Gast gesundheitsbewusst saunieren möchte! Was wäre ein anständiger Wellness-Tag ohne ein schönes Hefeweizen? Sicherlich nicht gesundheitsbewusst, aber von einem Bier wird die Welt auch nicht untergehen. Vielleicht möchte der Gast keinen asketischen Gesundheitstag aussitzen und genießt lieber einen Wellnesstag?

Was nützt dem Gast der beste Ratgeber und die Gewissheit alles „richtig“ gemacht zu haben, wenn er sich nicht wohlfühlt?

Als Saunameister können und sollen Sie einem Gast auf Anfrage Ratschläge geben. Versuchen Sie aber nie, Ihre Ausführungen als das allein Seligmachende darzustellen oder gar durchzusetzen!

Auf das Rauchen sollte zwischen den Saunagängen und die erste Stunde nach dem Saunabad verzichtet werden. Die Temperatur der Lungenoberfläche nimmt zu und durch die stärkere kapillare Durchblutung ist damit zu rechnen, dass reichlich Gift und Schadstoffe von den Schleimhäuten und der Oberfläche der Lungenbläschen aufgenommen werden. Dieses gilt natürlich oder auch gerade für den Saunameister … Wenn überhaupt, sollten Sie nur in Ihrer Mittagspause rauchen und dafür sorgen, dass Sie Ihren Atem neutralisieren. Der Raucher hat es nicht leicht in einer Wellnessanlage … Teilweise ist das Rauchen generell untersagt, üblicherweise stellt man derzeit noch eine kleine Raucherecke für die Süchtigen zur Verfügung. Der Trend des absoluten Rauchverbotes, auch für E-Zigaretten, ist jedoch nicht zu übersehen.


Körperliche Auswirkungen des Saunabades
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Körperliche Auswirkungen des Saunabades 

Die Saunanutzung hat eine Temperatursteigerung an der Hautoberfläche von rund 10 °C auf 40 bis 42 °C zur Folge und die Körperkerntemperatur von normal circa 37 °C steigt um rund 0,5 bis 1 °C an. Die Hautblutgefäße werden erweitert und somit stärker durchblutet. 

Der Körper steigert die Produktion von Abwehrstoffen, der Effekt könnte fieberähnlich genannt werden. Man spricht hier aber von einer Übererwärmung (Hyperthermie) des Körpers, einer gewünschten Temperaturerhöhung durch äußere Einflüsse. Bitte verwenden Sie NIE den Begriff „Fieber“, da er negativ behaftet ist. Der Organismus versucht nun folgerichtig, die Körperinnentemperatur konstant zu halten und reagiert mit einer verstärkten Schweißbildung zur Kühlung der Haut. Nur der Schweiß jedoch sorgt für keine nennenswerte Kühlung; durch die Schweißverdunstung wird dem Körper Wärme entzogen!

Verdunstung kühlt die Haut lautet der Merksatz.

Der Wasser- und Mineralhaushalt wird durch die starke Schweißabgabe zusätzlich positiv beeinflusst. Besonders nach dem Sport zeigt sich der positive Einfluss des Saunierens auf die Regenerationsvorgänge deutlich. Durch den gesteigerten Stoffwechsel und eine stärkere Muskeldurchblutung während des Saunabades bauen sich saure Stoffwechselprodukte schneller ab. Die Muskeln werden entspannt.

Die Herzfrequenz während des Saunabesuches steigt von rund 70 Schlägen die Minute auf circa 130 Schläge an. Gleichzeitig erhöht sich die Herzvolumenleistung von normal rund 5 Litern in der Minute auf 9 bis 10 Liter die Minute in der Saunakabine. Da die Blutgefäße geweitet werden, nimmt der Widerstand, gegen den das Herz zu pumpen hat, ab. Die gesamte Herzbelastung nimmt daher nicht wesentlich zu und stellt bei einem gesunden Herzen kein Problem dar. Der Blutdruck wird während des Saunabades angeglichen – ein niedriger Blutdruck wird angehoben, ein zu hoher auf Normalmaß gesenkt. Bei regelmäßigen Saunagängen (mindestens einmal die Woche) könnte mit etwas Glück die relative Normalisierung des Blutdrucks einige Tage andauern.

Abgestorbene Hautzellen werden entfernt – das glättet die Haut und hat einen angenehmen Wohlfühleffekt zur Folge. Während der Abkühlphase sinken die Haut- und Körperkerntemperatur wieder auf Normalwerte. Durch die Kaltwasseranwendungen wird dieses bei der Hauttemperatur schnell erreicht. Kontraproduktiv für die Reduzierung der Körperkerntemperatur ist jedoch, dass sich durch die Kaltwasseranwendungen die Arterien verengen und somit die Hautdurchblutung reduziert wird. Der Körper versucht folglich, den Körperkern vor Wärmeverlust zu bewahren. Werden weitere Maßnahmen versäumt, benötigt der Körper rund eine Stunde zur Reduzierung der Körperkerntemperatur. Die erkennbare Folge ist eine verstärkte Schweißproduktion in der Abkühlphase, hier spricht man von “Nachschwitzen“. Besonders unangenehm ist dieses Phänomen nach dem letzten Saunagang und wenn man sich bereits umgezogen hat. Ein warmes Fußbad schafft, wie erwähnt Abhilfe und erweitert die Blutgefäße. In der Folge sinkt die Körperkerntemperatur.

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