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Richtig saunieren – Tipps und Hinweise vom Saunameister

Tipps und Hinweise
Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Geschriebene Regeln und Hinweise

welche der Gast beim Betreten und der Nutzung einer Schwitzkabine berücksichtigen sollte, um weder unangenehm aufzufallen, noch seiner Gesundheit Schaden zuzufügen. Richtig saunieren entspricht in diesem Beitrag den allgemeinen Gepflogenheiten. Die Aspekte für ein gesundheitlich richtiges saunieren werden später ausführlich besprochen. Es sollte vorausgesetzt und erwartet werden, dass der Saunameister die Regeln durchsetzt.

Die Sauna wird in Deutschland grundsätzlich nackt benutzt. Ein textilfreies Saunabad bietet den Vorteil, dass die Schweißverdunstung nicht beeinträchtigt wird. Badekleidung in der Sauna wird im Allgemeinen als unhygienisch empfunden; dass Weichmacher (Seite „Weichmacher“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 1. April 2021, 19:38 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Weichmacher&oldid=210452085 (Abgerufen: 14. April 2021, 07:07 UTC)austreten können, ist jedoch eine uralte Fehlinformation. Auf der Haut getragen, erhitzt sich Badekleidung nicht übermäßig und somit können auch keine Schadstoffe austreten. Badegäste, die sich genieren, wickeln ein großes Handtuch um ihren Körper. In diesem Fall muss jedoch ein weiteres Handtuch zum Unterlegen für die Füße in die Kabine mitgenommen werden.

Das nackte Saunieren in Deutschland entspricht der Landessitte und ist auch weitestgehend gesellschaftlich anerkannt. Andere Länder – andere Sitten! In den USA zum Beispiel werden bei öffentlicher Nacktheit drastische Strafen verhängt. Die jeweiligen Landessitten sollten unbedingt beachtet werden! So ist es auch wenig ratsam zum Beispiel, im Urlaubshotel in der Türkei auf die Idee zu kommen, eine Schwitzkabine ungefragt nackt zu betreten. Speziell an den Wochenenden, wo auch viele einheimische Gäste die Sauna nutzen kann es sonst passieren, dass der Gast unter Gewaltanwendung die Kabine schneller wieder verlassen muss, als er sie betreten hat. Schmerzhafte körperliche Zurechtweisungen sind ziemlich sicher zu prognostizieren. 

In einem Hotel, wo sich fast ausschließlich deutschsprachige Gäste aufhalten, wird nacktes saunieren teilweise toleriert. Dem Gast sollte angeraten werden, sich am Wellness-Tresen vorher nach den Gepflogenheiten im Urlaubshotel zu erkundigen. Grundsätzlich wird weltweit in Badekleidung sauniert; das nackte Saunieren entspricht in Deutschland, Österreich, Südtirol, Slowenien, Holland, Belgien, Luxemburg und im Süden Dänemarks der Landessitte. In der Schweiz wird überwiegend nur in Grenznähe zur Bundesrepublik nackt sauniert. Und nein, das Saunieren mit Badehose oder im Badeanzug führt nicht zu Hautirritationen, Ekzemen oder gar schlimmeren. Selbst in den USA wurde durch konsequentes textiles Saunieren keine erhöhte Anzahl von Hautkrankheiten festgestellt … 

Eine besondere Situation ergibt sich in Businesshotels mit einer Saunalandschaft. International ausgerichtete Häuser kennen das Problem der Akzeptanz durch ausländische Gäste. Klare Regeln erleichtern hier das friedliche Miteinander und das gemeinsame Saunieren. Es setzt sich speziell in der 5 ***** Hotellerie durch, dass vom jeweiligen Umkleidebereich direkt zugänglich, entweder eine nach Geschlechtern getrennte Sauna oder mindestens eine Textilsauna zur Verfügung steht. Ergänzend ist noch zu erwähnen, dass auch in Deutschland in öffentlichen Bädern in der letzten Zeit immer mehr Textilsaunen angeboten werden. Die Nachfrage bestimmt letztendlich das Angebot …

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Die Badeschuhe werden ausnahmslos vor der Saunakabine abgestellt; sie erhöhen die Unfallgefahr und bringen Verunreinigungen mit in die Kabine. Ein Dampfbad wird jedoch mit Badeschuhen betreten und die Schuhe werden anbehalten! Ausschlaggebend hierfür ist, dass der Boden feuchtwarm und somit ein idealer Nährboden für Keime und Bakterien ist. Zudem ist der Boden aufgrund stehenden Wassers rutschig. Bei den vorherrschenden Temperaturen im Fußbodenbereich gasen selbst die preiswertesten Badeschuhe aus Fernost nicht aus. Es wird auch gerne einmal das Risiko einer orthostatischen  Dysregulation, sprich möglicher Ohnmacht ausgeführt. Wenn der Gast in der heißen Saunakabine sich schnell aus der liegenden Position aufrichtet und die Kabine verlassen möchte, ist das Risiko durchaus gegeben. Wer jedoch die letzten zwei Minuten bereits aufrecht gesessen hat, setzt sich durch die kurze Suche nach seinen Badeschuhen meiner Ansicht und Erfahrung nach keiner drohenden Ohnmacht aus. Trotz unterschiedlicher Lehrmeinungen ist das Ergebnis identisch – Badeschuhe haben in einer Saunakabine nichts zu suchen! Es ist des Öfteren festzustellen, dass einige Badbetreiber das Tragen von Badeschuhen im Dampfbad durch ein Hinweisschild untersagen. Dieses Ansinnen widerspricht jeglicher Logik und Sie sollten der Gesundheit Ihrer Gäste zuliebe auf Regeln dieser Art verzichten.

Die Saunakabine wird üblicherweise mit einem Gruß an die bereits Anwesenden betreten. Der weitere Saunagang erfolgt schweigend, es sei denn, es handelt sich ausdrücklich um eine Kabine, wo das Reden erlaubt ist. Ab einer gewissen Kabinengröße ist das Grüßen nicht mehr ratsam. Bei vielleicht 120 Saunagästen ist es letztendlich nicht mehr angebracht. Der Anspruch des Schweigens während des Saunierens entspricht dem Wunsch vieler Gäste nach Erholung und Entspannung, während andere Gäste sich gerne unterhalten. Beides ist erkennbar nicht in Einklang zu bringen und ich empfehle eine räumliche Trennung – es sollten sowohl Gesprächs- als auch Ruhesaunen vorhanden sein.

Es wird nichts Weiteres als das / die notwendigen Handtücher mit in die Saunakabine genommen. Nein meine Damen und Herren, ein Buch oder eine Zeitung gehören immer noch nicht zu den üblichen Saunagepflogenheiten beim Schwitzen. Peelingsalze, Saunahonig, Saunabürsten und Schrubbelhandschuhe gelten mittlerweile in allen Saunaanlagen als Relikte vergangener Zeiten und sind nicht nur verpönt, sondern untersagt.

Letztens habe ich wieder einmal einen interessanten Sauna-Ratgeber in den Händen gehalten. Hier wurde allen Ernstes empfohlen, den künftigen Sitznachbarn grundsätzlich um Erlaubnis zu bitten nach dem Motto „wäre es Ihnen recht, wenn ich mich neben Sie setze?“ Slapstick pur wie ich meine, aber vielleicht probieren Sie es einmal aus? Höflichkeit ist immer gut, sollte jedoch nicht in der Manier Loriots ausgelegt werden. Da mich die Gästereaktionen auf diesen Rat sehr interessiert haben, habe ich diese Fragestellung in mehreren Schwitzkabinen einmal ausprobiert – vielleicht gönnen auch Sie sich einmal diese Erfahrung?

Kein Schweiß aufs Holz!
Bild von Fernando Zamora auf Pixabay

In meiner umfangreichen und praxisorientierten Inhouse-Schulung erfahren Sie unter anderem auch, warum zum Beispiel ein schönes und hochwertiges Bild wie dieses, dem Saunameister die tägliche Arbeit ungemein erschwert … Marketing, Theorie und Praxis müssen eine Einheit bilden und Hand in Hand arbeiten!      

Sinnvollerweise wählt der Gast die mittlere oder obere Bank für seinen Aufenthalt; die unterste Bank gilt als Auftrittbank und ist teilweise auch schmaler als die Liegebänke im oberen Bereich ausgeführt. Üblicherweise sitzt hier nur ein Saunaneuling oder jemand, der bei gut besetzter Sauna auf einen freien Platz weiter oben wartet. Das Saunatuch sollte so ausgebreitet werden, dass der Körper nirgends direkt mit dem Holz in Berührung kommt. Man richtet sich bitte immer nach dem Merksatz kein Schweiß aufs Holz. Selbstverständlich sollte der Gast darauf achten, nicht auf fremde Handtücher zu treten und sich noch viel weniger auf den Schoß des Sitznachbarn zu setzen.

Man hält einen gebührenden Sitzabstand von mindestens dreißig Zentimeter ein. Falls man keinen Platz mehr finden sollte, fragt man bitte nicht, ob jemand noch rücken könnte …, dieses wird im Allgemeinen als aufdringlich empfunden. Der Gast sollte einfach auf diese höfliche Nötigung verzichten und lässt sich gegebenenfalls auch nicht nötigen und kommt zu einem späteren Zeitpunkt wieder. Es wird erwartet und ist eine Geste der Höflichkeit, dass liegende Personen sich aufrecht hinsetzen, wenn weitere Personen die Kabine betreten und Platzbedarf besteht. Bedauerlicherweise ist Höflichkeit nicht jedem in die Wiege gelegt worden und so sollten Sie die Erwartungshaltung nicht allzu hochschrauben. Selbstverständlich ist es das gute Recht eines Saunabesuchers, sich für eine liegende oder sitzende Position zu entscheiden! 

Wenn der Platz es erlaubt, sollte möglichst eine liegende Rückenlage gewählt werden. Eine ideale Position, weil der gesamte Körper sich im gleichen Temperaturbereich befindet. Wer lieber sitzt, zieht die Beine am besten auf der Sitzbank hoch. Lediglich die letzten zwei Minuten sollten unbedingt in einer aufrechten Sitzposition verbracht werden, um den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen. ACHTUNG: Der Lagenwechsel könnte zu einem Kreislaufzusammenbruch (orthostatischen Kollaps) führen. Nach Möglichkeit sollte die Sitzbank nicht gewechselt werden; dass Auf- oder Absetzen ergibt gesundheitlich keinen Sinn und bringt zudem Unruhe in die Saunakabine. Wenn man merkt, es geht nicht mehr, verlässt man die Kabine, ohne sich umzusetzen!

Der empfohlene Kabinenaufenthalt beträgt 8 bis 15 Minuten je nach körperlicher Konstitution. Wenn man möchte, dreht man beim Eintreten in die Kabine eine Saunasanduhr um; die Laufzeit beträgt rund 15 Minuten. Eine Aufenthaltsdauer unter 8 Minuten erwärmt den Körper nicht genügend, um eine gesundheitliche Vorbeugewirkung zu erzielen. Die Aufenthaltsdauer richtet sich jedoch immer nach dem persönlichen Wohlbefinden. Bei aufkommendem Unwohlsein sollte die Kabine sofort verlassen werden!

Beim Verlassen der Kabine wird sich üblicherweise nicht verabschiedet. Wie beim Hereinkommen ist die Saunatür schnell zu öffnen und wieder zu schließen. Ein unnötiger Temperaturabfall in der Kabine sollte vermieden werden. Das Trocknen von Saunahandtüchern in der Saunakabine ist selten egoistisch den anderen Saunagästen gegenüber und erhöht die Luftfeuchtigkeit in der Kabine. Der Saunameister entfernt solche Handtücher schnellstmöglich.

In einem Warmluftbad ist der Badeablauf identisch mit dem Beschriebenen einer finnischen Sauna. Besonders ältere Gäste schätzen die geringere Temperatur und die verschiedensten Ausgestaltungen der Bäder. Auch für einen Saunaneuling bietet sich ein Warmluftbad zum Kennenlernen und Ausprobieren an.

Im Dampfbad spült man bitte mit dem vorhandenen Wasserschlauch seinen gewählten Sitzplatz gründlich ab und entfernt das stehende Wasser mit der Hand oder einem bereitliegenden Abzieher. Dieses Prozedere reinigt die Sitzfläche zu rund 95 % von „Hinterlassenschaften“ des Vorgängers. Von einer eventuell angedachten Reinigung mit einem Desinfektionsmittel sollte tunlichst Abstand genommen werden, da dieses reizend für die Haut ist. Auf ein Handtuch sollte und kann man nach der Wasserreinigung verzichten. Ein kleines Unterlegtuch kann jedoch, muss aber keineswegs  verwendet werden. Mitunter werden Einmaltücher vom Badbetreiber gestellt. Vor dem Verlassen des Dampfbades ist es eine Geste der Höflichkeit, den benutzten Sitzplatz wieder mit Wasser abzuspülen. Auch hier wird man feststellen müssen, dass das leider nicht jeder so handhabt. Das Manipulieren des Thermostaten mit kaltem Wasser oder Eis ist üblicherweise in der Haus- und Badeordnung untersagt; es wird trotzdem gerne gemacht, um den Dampfausstoß zu verstärken. Derartige Manipulationen können natürlich auch zu Verbrühungen führen, weil das Dampfbad überhitzt. Durch die Manipulationen wird die Lebensdauer des Thermostaten reduziert. Von der Sache her ist es kein Problem und auch sehr angenehm, selbst mitgebrachten oder am Saunatresen erworbenen Saunahonig oder -salz im Dampfbad und auch nur da anzuwenden. Voraussetzung ist natürlich, dass der Gast die Verunreinigungen komplett beseitigt. Bedauerlicherweise macht das jedoch längst nicht jeder Besucher und aus diesem Grunde haben viele Bäder diese Eigenanwendungen untersagt.

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