Startseite » Sauna-Blog » Die verschiedenen aktuellen Saunaarten

Die verschiedenen aktuellen Saunaarten

verschiedene Badeformen
Bild von Iván Tamás auf Pixabay

Was man über Heißluftbäder- und Warmluftkabinen – sprich die verschiedenen Saunaarten, wissen sollte …

In Deutschland stehen Ihnen mehr als 10.000 Saunabäder mit den verschiedensten Saunaarten zur Verfügung. Rund 2.200 davon sind öffentlich zugänglich, zudem verfügen über 5.000 Hotels über Saunabäder und nicht zu vergessen, sind die Sport- und Fitnessanlagen mit zum Teil erstklassigen Saunawelten.  Es wird angenommen, dass circa 1.6 Millionen private Haushalte eine Heimsauna besitzen. 

Heißluftbäder

Heißluftbäder
Bild von werner moser auf Pixabay

Für Heißluftbäder sind hohe Raumtemperaturen bei geringer Luftfeuchte kennzeichnend. In Saunakabinen dieser Art werden die Aufgüsse sinnvollerweise durchgeführt … Die klassische finnische Sauna ist der einzig aktuelle Vertreter dieser Saunaart! 

Es handelt sich um einen Raum aus Holz (heißt im Finnischen “Sauna” übersetzt) mit aufsteigenden Stufenbänken, welcher durch einen mit Steinen bedeckten Ofen beheizt wird. Je nach Bauausführung sind Begriffe wie Blockhaussauna, Kelosauna, Erdsauna (bis 110 °C) unter anderem bekannt und geläufig. 

Die Messung der Temperatur erfolgt mit einem Thermometer; die relative Luftfeuchte wird mit einem Hygrometer gemessen. Beide Messinstrumente sind üblicherweise in Kopfhöhe einer auf der höchsten Bank sitzenden, normal großen Person an der Saunawand befestigt. 
Wesentliches Merkmal einer finnischen Sauna ist eine Mindesttemperatur von 80 °C bei einer geringen relativen Luftfeuchte von idealerweise rund 5 % in Höhe des Messinstrumentes.  

Warmluftkabinen

werden mit mittleren Temperaturen bis rund 70 °C bei einer Luftfeuchtigkeit von 25 bis 60 % betrieben. Diese Saunaart wird als feuchtwarmes Bad bezeichnet. Die bekanntesten Warmluftbäder sind wie eine Sauna aufgebaut und bis auf die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit identisch im Aufbau. 

Geläufige Begriffe sind unter anderem SANARIUM®, Kräuter- oder Eukalyptussauna, Lichtsauna oder wie auch immer …, der Phantasie der Betreiber sind da kaum Grenzen gesetzt. Auch der irreführende Begriff Bio-Sauna findet sich erstaunlicherweise noch vielfältig. Esoterikfreunde begeistern sich an Kristallsaunen und bestimmten Ausstattungen wie Skulpturen oder vergleichbaren Gegenständen. Gerne verwendet werden auch kupferne Kräuterkessel oder Kräuterschalen, welche über dem Ofen angebracht sind und wo der Sud vor sich hin köchelt.

Warmluftbäder
Bild von Semevent auf Pixabay

Die Bezeichnung Sauna für diese Art von Warmluftkabinen – auch Warmluftbäder genannt, ist formalrechtlich falsch, weil sie missverständlich ist. In der Praxis jedoch wird der Begriff Sauna fast ausnahmslos benutzt und dürfte umgangssprachlich bereits in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen sein. 

Die Benennung und Beschriftung von Warmluftbädern lassen tiefer blicken, als so mancher Saunabetreiber ahnt und es ihm vielleicht auch lieb sein könnte. Die Bezeichnung Bio-Sauna wurde bereits 1984 vom OLG Stuttgart mit dem Az.: 8 KfH 0 53/83 als irreführend benannt. Ebenso entschied das LG Hannover unter dem Az.: 21 0 155/84, den Begriff Bio-Sauna nicht zu verwenden. Last but not the least untersagte der Wettbewerbssenat des OLG Hamm Az.: 4 V 12/91 den Begriff Bio-Sauna als irreführend und täuschend. Diese Urteilsnennungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit; die Rechtsprechung hierzu ist bei Erstellung dieses Beitrages rund 35 Jahre alt und darf als gesichert angenommen werden. Warum also benennen Saunaanlagenbetreiber eine Kabine „Bio-Sauna“? 

Die Antwort auf diese und viele weitere Fragen finden Sie in meinem Buch “Ausbildung zum Saunameister” (als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen) oder der PREMIUM-EDITION.

Sie merken schon, bei der korrekten Bezeichnung von Warmluftbädern trennt sich schnell die Spreu vom Weizen! Auch der Begriff SANARIUM® wird bedauerlicherweise vielfach falsch verwendet. Bei dem SANARIUM® handelt es sich um ein klassisches, feuchtwarmes Bad mit dem wesentlichen Unterschied, dass sich die Fa. KLAFS den Begriff SANARIUM® markenrechtlich hat schützen lassen. Eine Kabine darf sich nur SANARIUM® nennen, wenn Sie auch von der Fa. KLAFS erstellt worden ist. Der Saunahersteller KLAFS gilt als Weltmarktführer im Bereich Sauna und Wellness und es ist ihm etwas gelungen, was marketingtechnisch die Krone darstellt – der Begriff SANARIUM® wird mit einem Warmluftbad umgangssprachlich gleichgesetzt! Vergleichbar zum Beispiel mit dem TEMPO Taschentuch; ist es Ihnen nicht auch schon einmal so ergangen, dass Sie ein beliebiges Papiertaschentuch als TEMPO bezeichnet haben? 

Mitunter begegnet einem auch der Begriff „Saunarium“ für eine Warmluftkabine. Die Benennung dürfte mehr als strittig sein und wird nach meinem momentanen Kenntnisstand ebenso von der Fa. KLAFS aufgrund der Verwechslungsgefahr abgemahnt. Bis auf die genannten Begriffe, welche erstaunlicherweise nach wie vor verbreitet sind, ist der Betreiber der Saunaanlage frei in der Wahl des Namens für seine Warmluftkabine.

Infrarotkabinen

Bild von Patricia York auf Pixabay

Die Erwärmung des Körpers erfolgt durch ein Infrarotheizgerät. Temperaturen um die 40 bis 50 °C sind üblich und bis 60 °C möglich. Die Kabine erwärmt den Körper nicht über die heiße Raumluft sondern über Infrarotstrahlung, welche von Infrarotstrahlern erzeugt wird.

Die entstehende Tiefenwärme und das wohlige Wärmegefühl werden von älteren Personen sehr geschätzt. Die Benennung als „Infrarot-Sauna“ ist irreführend und somit untersagt …

Die Infrarotkabine bietet üblicherweise zwei Personen Platz. Größere Infrarotkabinen sind noch selten, gewinnen aber an Bedeutung. Derzeit wird erforscht, inwieweit eine IR-Bestrahlung zur Hautalterung beiträgt. Aktuelle Ergebnisse lassen vermuten, dass es hierfür durchaus Anzeichen geben kann. Die Entwicklung bleibt abzuwarten. Achten Sie bitte auf eventuelle vollmundige Werbeaussagen der Hersteller, welche die Infrarotkabine gerne als gesundheitliches Allheilmittel anpreisen. Aussagen dieser Art sind grundsätzlich mit starkem Misstrauen zu begegnen …

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen.

Dampfbäder

Dampfbäder weisen eine relative Luftfeuchte von rund 100 % bei einer Temperatur von max. 45 °C auf. Eine Dampf beziehungsweise Nebelbildung ist üblich und erwünscht. Für die Ausstattung kommen die verschiedensten Materialien infrage; üblicherweise finden hochwertige Keramiken oder glatte Natursteine Verwendung. 

Die Dampferzeugung erfolgt über einen Generator in einem separaten Raum und wird mit einer oder mehreren Düsen im Dampfbad verteilt. Die letzte Neuheit dieser Badeform ist ein Dampfstoß, den der Gast mit einem Knopf selber auslösen kann (Fa. KLAFS). Ein Dampfbad hat immer einen Wasseranschluss mit mindestens einem Wasserschlauch. 

Dampfbäder
Bild von Q K auf Pixabay

Der Hamam oder Hammam

Der Hamam oder Hammam
Bild von Sabine Lange auf Pixabay

auch als türkisches Bad bekannt, repräsentiert die klassische Saunaart der muslimischen Welt und erfreut sich ob seiner opulenten Gestaltung auch in unserem Kulturkreis immer größerer Beliebtheit. Beste Ausstattungen prägen das Badeerlebnis!

Üblicherweise handelt es sich um einen Kuppelraum in Marmorausführung mit Fußboden-, Sitz- und Wandheizung. Mehrere Marmorwaschbecken am Rand des Hamams können mit Heiß- und Kaltwasser nach Belieben gefüllt werden. Messingschalen stehen bereit, um das Wasser aus den Becken zu schöpfen und sich damit abzugießen. Mittelpunkt des Raumes ist der „Nabelstein“ oder auch „Bauchstein“ genannt, meistens in sechseckiger Ausführung und beheizt zum Ruhen. Massagen auf dem Nabelstein werden vom Tellak, dem Hamam-Meister durchgeführt.

Die Temperatur in einem Hamam liegt um die 40 °C bei einer relativen Luftfeuchte von circa 95 %. Ein Vorraum zum ersten Erwärmen sowie ein Ruheraum vervollständigen das Badeangebot.

Zu den weiteren orientalischen Badeformen zählt das Rasul (Rhassoul)- / Serailbad. Diese Kabinen sind vielfach besonders prunkvoll ausgeführt und erfreuen die Gäste durch eine eindrucksvolle Optik und beste Materialien. In diesem Schwitzbad kommen Heilerden und Kreiden zur Anwendung. Wasseranschlüsse in Form von Becken oder Schläuchen sind immer vorhanden. Die Temperatur liegt bei circa 45 °C und die relative Luftfeuchte bei rund 80 %. Diese Badeform gilt als Zwitter zwischen einem Warmluft- und einem Dampfbad. Vielfach wird es von den Betreibern als Dampfbad bezeichnet. Die Dampfbildung wird durch den Saunameister individuell reguliert und überwiegend zu dem Zweck benutzt, die getrockneten Erden und Kreiden wieder leicht abwaschbar zu machen.

Die Banja

Die Banja wird manchmal russisches Bad genannt. Da sie in der Bauausführung saunaähnlich ist, wird ebenso der Begriff russische Sauna verwendet. Optisch handelt es sich bei der Banja um ein Warmluftbad, aufgrund der sehr hohen Luftfeuchte kann es auch als Dampfbad klassifiziert werden. Die Temperatur beträgt circa 60 bis 70 °C und es werden wahre Wassermassen aufgegossen, um die Sättigung der Raumluft zu erreichen. Für Massagen und Wenik-Aufgüsse, wo mit Birkenreisig gequästet (abgeschlagen) wird, steht der Banik, der russische Saunameister zur Verfügung. 

Die Banja
Bild von mikkooja1977 auf Pixabay

Eine traditionelle Banja besteht aus der Schwitzkabine, einem Ruhe- und Aufenthaltsbereich eigenen Duschen/WC-Bereich und Umkleideschränken. Diese in sich geschlossenen Räumlichkeiten mieten Sie für einen bestimmten Zeitraum nur für sich und Ihre Familie oder Freunde als Ganzes. Größen, die einen Besuch von vier bis acht Personen zulassen, sind üblich. Noch größere Badehäuser sind eher selten anzutreffen, gewinnen aber an Popularität.

Diese Badeform ist in Deutschland nicht sehr weit verbreitet, da an das Material hohe Ansprüche gestellt wird und die Kabine generell eine kürzere Lebensdauer hat als eine Sauna oder andere Warmluftbäder. In Gegenden mit einem höheren russischen Bevölkerungsanteil haben sich in den vergangenen Jahren einige Banja Anlagen etabliert. Sauberkeit, Geruch und die Ausstattungsqualität sollten Sie sich näher ansehen. Bei dieser speziellen Badeform sind die Kenntnisse des Banik von ganz entscheidender Bedeutung für Ihr persönliches Wohlbefinden!

Das Tepidarium und das Caldarium

Bild von Couleur auf Pixabay

gehören zur Ausstattung der klassischen  römischen Thermen. Bei einem „echten“ Caldarium wird der Fußboden mit Hypokausten (der ersten Zentralheizung der Menschheit) beheizt und auch die Wände und Sitzgelegenheiten strahlen Wärme ab. Der Temperaturbereich sollte zwischen 40 bis 45 °C liegen und die relative Luftfeuchtigkeit beträgt fast 100 %. Das Tepidarium ist ein lauwarmer, gefliester Raum zum Entspannen und zur Vorbereitung auf wärmere Bäder. Üblicherweise werden erwärmte Sitz- oder Liegemöglichkeiten aus Keramik angeboten. Eine Fußbodenheizung und beheizte Wände sorgen für eine Temperatur von circa 38 bis 40 °C bei geringer Luftfeuchtigkeit.

Tepidarien und Caldarien sind in Deutschland nicht sehr weit verbreitet und meistens nur in großen Thermalanlagen oder besonderen Wellness-Hotels zu finden. Wenn Sie die Gelegenheit haben, probieren Sie diese sanften Badeformen vielleicht einmal aus?

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen.