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Saunameisterschaften

Saunameisterschaften
Bild von Arek Socha auf Pixabay

Sauna-Weltmeisterschaften in Heinola

Saunameisterschaften
Bild von Arek Socha auf Pixabay

Saunameisterschaften

Seit eh und je misst der Mensch sich in Meisterschaften und sportlichem Wettbewerb. Was also lag näher als die Idee, Saunameisterschaften auszutragen?

Man soll es nicht für möglich halten; die Finnen haben nicht  nur die legendäre „Handyweitwurf- Weltmeisterschaft“ erfunden (den Wurf erfand zwar ein Deutscher, die Weltmeisterschaft jedoch die Finnen), sondern 1999 auch die Weltmeisterschaft im Sauna-Sitzen. Wer am längsten aushielt, durfte sich Sauna-Weltmeister nennen … Die Regeln waren ganz einfach. Die Teilnehmer sitzen in einer  relativ kleinen Kabine bei 110 °C nebeneinander auf der obersten Bank und ertragen alle 30 Sekunden einen automatischen Aufguss von jeweils einem halben Liter Wasser. Wer die Kabine verlässt, hat verloren – eigentlich ganz einfach?

Die „Weltmeisterschaften“ fanden Jahr für Jahr im finnischen Heinola statt und wie fast nicht anders zu erwarten war, gewannen ausnahmslos Finnen die Krone. Die letzte Veranstaltung dieser Art in Heinola fand im August 2010 statt. Die beiden Finalisten, Vladimir Ladyzhenski † aus Russland und der bisher fünffache Titelgewinner Timo Kaukonen aus Finnland, waren die beiden letzten verbliebenen Teilnehmer in der Endausscheidung. Keiner der beiden wollte aufgeben und nach mehr als sieben Minuten bekam Timo Kaukonen plötzlich spastische Krämpfe und fiel von der Bank. Die Aufsicht riss von draußen die Tür auf und beide Teilnehmer, welche wohl zwischenzeitlich bewegungsunfähig beziehungsweise bewusstlos waren, wurden aus der Kabine gezerrt. Laut veröffentlichten Zeugenaussagen fiel Ihnen die Haut in Fetzen vom Körper. Der Russe Vladimir Ladyzhenski † verstarb noch am selben Tag an Herzversagen. Der Finne Timo Kaukonen wurde mit schwersten Verbrennungen in eine Spezialklinik in Helsinki  eingeliefert und befand sich wochenlang in Lebensgefahr. Mitte Oktober erwachte er aus dem künstlich herbeigeführten Koma und wurde im Dezember aus dem Krankenhaus entlassen. Bis zur endgültigen Genesung sollte es nach dem Dafürhalten der behandelnden Ärzte noch Jahre dauern – dachten die Ärzte. Wie  zu lesen war, nahm Timo Kaukonen bereits im Dezember 2011 erneut an einer „Leistungsveranstaltung“ in China teil. Einen optischen Eindruck der Veranstaltung erhalten Sie über die GOOGLE-Suche. ACHTUNG – einige Bilder sind nichts für schwache Nerven …

Im offiziellen Autopsie-Ergebnis wurde festgestellt, dass Vladimir  Ladyzhenski † schmerzhemmende Präparate eingenommen sowie schützende Lotionen aufgetragen hatte. Die verbotenen Substanzen wurden vor Ort in einem Versteck gefunden. Verbrennungen dritten Grades wurden als Todesursache festgestellt. Bei der Untersuchung des überlebenden Finnen wurden keine verbotenen Substanzen ermittelt. „Ja, ich bin jetzt ein bisschen angepisst“ äußerte sich Timo Kaukonen nach Bekanntgabe des Autopsie-Ergebnisses in einem Interview. Die Ermittlungen der finnischen Behörden wurden nach vorliegenden Medienberichten eingestellt; es konnte kein strafrechtlich relevantes Fehlverhalten festgestellt werden. Die Weiterführung der Veranstaltung in Heinola wurde vom dortigen Gemeinderat untersagt.

Die Saunaritter sind ein eingetragener deutscher Verein in  Deutschland und führten Meisterschaften nach den bekannten finnischen Regeln durch. Ebenso nahmen sie an Veranstaltungen im Ausland teil. Zwischenzeitlich ist es um die Wettbewerbsaktivitäten des Vereines deutlich ruhiger geworden. Seit einigen Jahren betreiben die Saunaritter eine Saunaanlage und es darf wohl davon ausgegangen werden, dass dort etwas mehr Wasser aufgegossen wird …

Vielleicht haben Sie oder Ihre Gäste ja auch die eine oder andere  nette Idee, so vielleicht Whirlpool-Sitzen mit maximal sechs Teilnehmern in einem Pool, wo alle 30 Sekunden 20 Liter kochendes Wasser nachgegossen werden und die Grundeinstellung 40 °C beträgt? Werden Sie bekannt als der RARE MAN! Es gibt noch viel in diesem Bereich zu erkunden –lassen Sie´s am besten! 
Aus haftungsrechtlicher Sicht rate ich generell und ausnahmslos von Extremveranstaltungen aller Art ab. Ebenso halte ich das Image einer Wellness-Oase nicht vereinbar  mit den Gepflogenheiten derartiger Saunameisterschaften.

Aufguss-Meisterschaften

Nach dem Fiasko in Heinola herrschte international eher Ruhe  in Sachen Saunameisterschaften; ein Todesfall schreckt erfahrungsgemäß längerfristig Sponsoren ab. Seit einigen Jahren fühlen sich der eine oder andere Veranstalter berufen, gut organisierte Aufguss-Meisterschaften durchzuführen. Der wesentliche Unterschied zum Sauna-Sitzen besteht darin, dass kein „Leistungssaunieren“ gefordert ist, sondern die Qualität des Aufgusses und der Show bewertet werden!

Eine vielversprechende Idee, wo auch der Gast in der Sauna  seine Freude hat. Viele Darbietungen sind mittlerweile wahrlich erstklassig und es kommt gute Stimmung auf. Es ist natürlich müßig, sich über den Titel Saunaweltmeister großartig Gedanken zu machen. Es gibt mehrere Veranstalter und wie es ausschaut, gönnt der eine dem anderen die Kelle Wasser auf dem Ofen nicht. Wer bei dem einen teilnimmt, ist bei dem anderen gesperrt und Zankerei in öffentlichen Foren ist nicht unüblich. Kasperletheater auf hohem Aufgussniveau. Aus diesem Grund möchte ich auch keinen Veranstalter explizit empfehlen. Wenn ein Event dieser Art bei Ihnen in der Nähe stattfindet, schauen Sie doch einfach einmal vorbei und bilden sich eine eigene Meinung?

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Ausbildung zum Saunameister
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