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Der Saunaofen

Saunaofen EOS Mega
Der stärkste elektrische Saunaofen der Welt. Das Kraftpaket EOS Mega

Der Saunaofen ist das Herzstück der Kabine. Sowohl als Stand-, Wand- oder auch Hinterwand- beziehungsweise Unterbankofen produziert er wohlige Wärme …

Die verschiedenen Ofenvarianten am Markt unterscheiden sich im Wesentlichen in puncto Leistung und der Art der Befeuerung. Führende Hersteller sind unter anderem die Firmen EOSHARVIAHELO und TYLÖ.

Der holzbefeuerte Ofen

ist die klassische finnische Variante des Saunaofens. Das prasselnde Feuer in der Brennkammer schafft eine heimelige Atmosphäre und es ist immer wieder stimmungsvoll, auf die Flammen zu schauen. Der Reinigungs- und vor allem der Arbeitsaufwand für die Mitarbeiter ist jedoch erheblich – Holz muss regelmäßig nachgelegt und auch fachgerecht gelagert werden. Im gewerblichen Bereich stellt dieser Saunaofen eher die Ausnahme dar, schon alleine aufgrund des Genehmigungsverfahrens und der Gespräche mit dem zuständigen Schornsteinfeger. Bei einer größeren Saunaanlage bietet es sich jedoch an, zumindest eine Kabine original finnisch, wenigstens was den Ofen betrifft, zu betreiben.

Der Gas-Ofen

erfordert die größte Investition bei der Anschaffung des Ofens, im Unterhalt überzeugt er durch niedrige laufende Kosten. Ein Gas-Saunaofen heizt die Kabine schnell auf und kann auch zusätzlich mit Steinen verkleidet werden. Bei diesen Ofenarten besteht bei nicht ordnungsgemäßer Handhabung die Gefahr einer Kohlenmonoxid-Vergiftung. Das Gas ist heimtückisch, weil es nicht wahrgenommen werden kann – es ist unsichtbar, geruch- und geschmacklos. Ich möchte Ihnen die Installation eines geeigneten CO-Melders empfehlen sowie die tägliche Überprüfung der Zu- und Abluftöffnungen der Kabine und der entsprechenden Schlauchverbindungen. Das heißt nun keinesfalls, dass ich Ihnen von diesen beiden Ofen-Varianten abraten möchte – letztendlich ist der Arbeits- und Kontrollaufwand nur höher als bei elektrisch beheizten Saunaöfen. Eine regelmäßige Fachwartung ist unerlässlich! Die Sensoren und der Brenner sind die Risikofaktoren bei dieser Ofenart. Korrekt installiert und betrieben gelten diese Öfen als sehr sicher. Aber …, die Kohlenmonoxid-Gefahr ist nicht alleine vom Ofen, sondern vielfach vom „Faktor Mensch“ abhängig!

Der Elektro-Ofen

ist im Vergleich preiswerter in der Anschaffung und zeichnet sich vor allen Dingen durch einen sicheren und unproblematischen Betrieb aus – zudem bringt er erheblich schneller die Kabine auf Betriebstemperatur! Der Anschluss eines Elektro-Saunaofens muss ausnahmslos durch einen qualifizierten Elektrofachbetrieb vorgenommen werden; der eine oder andere Ofenhersteller überprüft dieses durch die Vorlage einer Rechnung im Gewährleistungsfall. Die elektrische Anschluss-Spannung beträgt 400 V 3N AC 50 Hz; es sind die notwendigen Schutzmaßnahmen nach VDE 0100 v. § 49 DA/6 und VDE 0100 Teil 703/2006-2 zu beachten. Die Schaltpläne können Sie der Betrieb- / Montageanleitung des Herstellers entnehmen. 

Die Sicherheitsabstände des Ofens sind bereits bei der Planung  zu berücksichtigen ebenso wie die Belüftungsöffnungen. Deren Maße entnehmen Sie bitte der Bedienungsanleitung oder den Angebotsunterlagen. Die Vorgaben sind zwingend einzuhalten. Ein Luftwechsel in der Saunakabine ist erforderlich, um unter  anderem Schadstoffe und Feuchte aus der Kabine zu entfernen und Außenluft zuzuführen. Die Feinheiten finden Sie wie immer in meinem Buch “Ausbildung zum Saunameister” (Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen).

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Der Kombi-Saunaofen

ist der vielseitigste Saunaofen für die verschiedensten Badeformen. Neben dem Heißluftbad bietet Ihnen ein Ofen dieser Art die Möglichkeit, die Luftfeuchte in der Kabine zu regulieren. Hierfür ist ein Wassertank im Ofen verbaut, der direkt mit einem Wasseranschluss verbunden sein sollte – der aufsteigende Wasserdampf sorgt für die gewünschte Luftfeuchte.

Sie erinnern sich? In einer Heißluftkabine, speziell wenn dort Aufgüsse durchgeführt werden, habe ich Ihnen von der Verwendung eines Hygrometers abgeraten – in einer Warmluftkabine spricht jedoch nichts gegen dieses Messinstrument. Ein Hygrometer misst die relative Luftfeuchte in Prozent unter Berücksichtigung der Umgebungstemperatur; warme, beziehungsweise heiße Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen als kalte. Die Angabe 100 % relative Luftfeuchte bedeutet, dass die Luft nicht in der Lage ist, mehr Wasserdampf aufzunehmen. Wird weiterhin Wasserdampf zugeführt, schlägt er sich als Kondensat nieder, sprich der gasförmige Zustand des Wasserdampfes wird in den flüssigen Aggregatzustand überführt. 

Die absolute Luftfeuchte gibt die tatsächliche Menge an Wasser beziehungsweise Wasserdampf in g/m³ an. Die maximale absolute Luftfeuchte ist der Gehalt an Wasserdampf pro m³ Luft, der bei Sättigung der Luft mit Wasserdampf aufgenommen werden kann …

Weitere Ofenvarianten

Bei entsprechender Kabinengröße reicht ein Saunaofen selten aus, um die gewünschte Temperatur zu erreichen. Bei den klassischen Erweiterungsvarianten handelt es sich um Hinterwand- oder Unterbanköfen. Diese sind für den Gast nicht sichtbar – es entsteht der Eindruck, dass die Saunakabine nur von dem erkennbaren Ofen beheizt wird … 

Übergroße Saunakabinen, wie zum Beispiel die Koi-Sauna in der Thermen & Badewelt Sinsheim, stellen eine besondere technische Herausforderung dar. Die Saunakabine ist rund 166 m² groß und ragt um die fünf Meter im Aufgussbereich in die Höhe. Die Saunakabine bietet voll besetzt mehr oder weniger Platz für circa 180 Personen! Der sichtbare Saunaofen wird lediglich für den Showeffekt benötigt und hat nur eine minimale Heizfunktion. Tatsächlich beheizt wird die Kabine über einen gewaltigen Heizlüfter, der ein eigenes kleines Gas-Heizkraftwerk erforderlich macht. 

Die Saunasteuerung

bietet Ihnen die Möglichkeit, das gewünschte Klima der Schwitzkabine intern oder extern zu steuern. Eine gewerbliche Kabine wird ausnahmslos extern gesteuert. Entweder befindet sich die Steuerung im angrenzenden Technikraum oder in einem zentralen „Saunameisterraum“. Welche Steuerung mit welchem Ofen kompatibel ist, entnehmen Sie bitte grundsätzlich der Betriebsanleitung des Ofens. 

Ich möchte nicht verhehlen, dass ich kein großer Freund von einer Zentralsteuerung bin … Selbstverständlich ist sie unumstritten praktisch und bietet gerade bei größeren Saunaanlagen eine erhebliche Zeitersparnis. Rein unter Berücksichtigung des Sicherheitsaspektes empfehle ich, die Saunasteuerung jeweils separat in dem angrenzenden Technikraum zu platzieren.

Ebenso empfehle ich, die eventuell vorhandene Schutzschaltung von sechs Stunden Betriebsdauer beizubehalten … Das kostet alles Zeit und dementsprechend Geld – ich für meinen Teil bewerte die Sicherheit vorrangig. Glauben Sie mir nach langjähriger Schulungs- und Beratungserfahrung im Saunabereich, das menschliche Fehler fast zwangsläufig sind! Achten Sie bitte darauf, dass die Saunasteuerung grundsätzlich dem Gast nicht zugänglich sein darf; die entsprechenden Räume sind bei Abwesenheit zu verschließen! Für Ihre tägliche Praxis ist wichtig zu wissen, in welcher Kabine welcher Ofen eingesetzt wird und wo sich die Zu- und Abluftöffnungen befinden. Ablichtungen der Betriebsanleitungen für den Ofen und die Steuerung empfehle ich, direkt im Technikraum bereitzulegen.